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Kommentare in Weblogs per Chat – ein Versuch von Garrett Dimon

Neben einem wirklich ansprechendem Re-design (siehe dazu auch Garretts Artikel Designing for content) hat Garrett die Kommentarfunktion in seinem Blog versuchsweise abgeschaltet und stattdessen einen offenen Campfire-Chat aufgesetzt. In einem aktuellen Artikel fasst er die Erfahrungen und die festgestellten Vor- und Nachteile zusammen.

Im Prinzip ist der offene Chat keine schlechte Idee – aber als Kommentarersatz? Eine Stärke der Kommentare in Blogs ist die Darstellung der Herkunft der Kommentarautoren, auf die zumindest ich gerne mal klicke, um mir mehr Informationen über den Mann hinter der Meinung zu holen. Das tue ich nicht nur in meinem Blog, sondern in allen Blogs, die ich so lese. So bin ich schon oft über eine lesenswerte Publikation gestolpert, die direkt den Weg in meinen Feedreader gefunden hat. Das – neben vielen anderen Dingen – fällt in einem Chat flach. Andererseits habe ich im Chat eine viel direktere Rückmeldung (falls der Blogbesitzer mal da ist – ein weiterer Schwachpunkt) und eventuell eine ansprechende Diskussion.

Auf die bin ich aber vielleicht gar nicht scharf, weil ich nur schnell rein und raus will (ja, ja, wie die …), Artikel lesen, Kommentar schreiben und wieder weg. Zugegebenermaßen fällt es mir auch oft schwer, meine Kommentare zu verfolgen. Ich schreibe zwar nicht oft welche, aber bei den wenigen verliere ich ja schon nach 5 Tagen den Überblick, geschweige denn, dass ich eine Diskussion noch einmal nachhalte.

Das erinnert mich an die späten 90er, als mir/uns Firmen den “Direkt-Service-Chat” anbieten wollten – am besten noch mit vorgeschaltetem Avatar, der aussiebt, bis dann tatsächlich ein armer Servicemitarbeiter Rede und Antwort im Browserfenster stehen muss. Meist waren diese Chats mit horrendem, technologischem Aufwand versehen und entsprechend bepreist. In kleinen Firmenstrukturen mag dies dagegen durchaus Sinn machen, ich befürworte den direkten Servicekontakt und eine direkte, menschliche Auseinandersetzung mit Kundenbedarfen.

Wo war ich?

Ah, ja. Ziemlich vom Thema abgekommen, aber egal. Also, “Chat statt Kommentare”, oder vielleicht ergänzend zu …? Schreib’ mir doch mal einer seine Meinung :)

2 Kommentare


  1. Kai
    21.2.2007

    Ich war ja in den 90ern totaler Crosspoint-Fan. Angefangen mit T-Netz, über Z-Connect, sub.net bis Usenet und immer zwischendurch mal FIDO.

    Dank Internet-Boom ist das ja leider alles kaputtgegangen, und es fehlt mir unheimlich.

    Ja, Kinder, damals, in den guten alten Zeiten, konnte man wunderbar diskutieren und networken, man hatte in einem Tool (Crosspoint oder slrn oder was auch immer) total übersichtlich alle Diskussionen, an denen man beteiligt war. Alles in einem Layout, mit Thread-Darstellung, Scoring, und so weiter. Es gab in jeder Gruppe Stammleser, die man kannte, mit denen man sich auch mal privat getroffen hat, halt das, was man heute hipp “Community” nennen würde.

    Die aktuelle Kommunikation im Internet ist total suboptimal, schreibst Du ja auch schon: Es gibt Blogger, die in die stille Nacht hinausrufen, und Leute, die Kommentare hinterlassen, die sie aber selber nur selten verfolgen.

    Die gesamte Kommunikation, die man so führt, ist auf hunderte (meist sehr schlecht programmierte) Webforen, Kommentardiskussionen und so weiter verteilt, nichts ist mehr wirklich archivier-, durchsuch- oder organisierbar.

    Ein echter Rückschritt, wenn ich mal wieder Zeit habe, gründe ich ein Startup, das was dagegen unternimmt. Und lasse mich nach einem Jahr von Google kaufen ;)


  2. Oliver
    21.2.2007

    Hehe, cool, dass Du Dich mal hierher verirrst. Ich stimme Dir zu, zwischen Google Mail, Blogsearch, Feedreadern, klassischer E-Mail, Newsgroups (sprich: Google Groups), IM, Chats, Blogs (und allem anderen) weiss ich auch fast nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

    Aber ich muss es auf den Punkt bringen: Langsam wird’s mir egal. Überdosis Kommunikation. Was ich schaffe und was mich erreichen kann, wird registriert, der Rest geht eben unter. Ist das jetzt gut oder schlecht?

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