Social Media heute und morgen

Zwei Beiträge über Social Media haben mich in dieser zweiten Wochenhälfte angenehm überrascht. Jeder Beitrag geht auf völlig unterschiedliche Situationen ein. Mike Schnoor beschreibt in seinem Blog, was aus seiner Sicht 2010 im Bereich Social Media passieren wird. Dabei erfasst er die Spitze des Social Media-Eisbergs, die Early Adopters, die Treiber und Erfinder. Im Grunde zeichnet er eine Fortsetzung der aktuellen Bewegung. Mehr Nutzer, mehr Bedarfe, weniger Kontrolle für herkömmliche Broadcaster usw. Ohne die Qualität seiner 10 Punkte einzeln bewerten zu wollen, kann ich mir vorstellen, dass sich der Bereich Internet so oder so ähnlich entwickeln wird. Gerade Unternehmen werden sich aus unterschiedlichen Gesichtspunkten mehr und mehr gezwungen sehen, auf Züge aufspringen zu müssen. Der eine oder andere Zug kann dabei für das eine oder andere Unternehmen durchaus zu schnell sein.

Nur ein neuer Marketing-Kniff?

Es wird noch lange dauern, bis der Grossteil der Unternehmen feststellt, dass es sich bei Social Media nicht um einen weiteren Marketing-Kniff handelt. Dass es nicht nur eine Marketing-Verantwortung ist, sich um das grosse Potenzial zu kümmern. Es wird stattdessen Zeit brauchen, zu erkennen, dass ein intensiver Wechsel in der Unternehmenskultur stattfinden muss, um sich auf Social Media einzulassen. Manche Unternehmen bringen das aufgrund ihres Produktes oder ihrer Dienstleistung mit, vielleicht auch aufgrund der Branche oder des Durchschnittalters der Mitarbeiter. Andere Unternehmen werden Schwierigkeiten haben, den Einstieg jemals in absehbarer Zeit zu schaffen. Persönlich halte ich den Denkansatz “Social Media/Crowd Sourcing/User Generated Content/Insert Buzzword Here ist ein Potenzial, welches abgeschöpft werden muss” für völlig falsch. Vorher muss der Komplex erst verstanden werden, dann muss eine Entscheidung erfolgen, ob man sich überhaupt auf dieses Internetz einlassen will. Vielleicht wird auch eine friedliche Koexistenz zwischen Klassik und Moderne angestrebt. Gibt es soetwas?

Der Zug ist weg, was nun?

Kommen wir also zum zweiten Beitrag. Seth Godin veröffentlicht die Aufgabenliste für den Fall, dass es schon zu spät ist: “Is it too late to catch up?“, fragt er. Damit richtet er sich an die Konservativen, die Langsamen, die Verweigerer und Ängstlichen. Was ist, wenn mein Unternehmen noch nicht dabei ist? Kann man den Rückstand mit GMail und 11 Punkten auf der Liste aufholen? Muss ich, wie er im letzten Punkt beschreibt, wirklich scheitern, um zu verstehen?Unternehmenskulturen sehen sich neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Klassische, starre Kommunikationswege werden aufgelöst. Das Internet als neuer Senderkanal für das Marketing ist in Wirklichkeit ein Bündel von Millionen Kanälen. Und diese Kanäle sind auf einmal keine Einbahnstrasse mehr. Resourcen sind ohnehin knapp und bei gegenwärtiger Arbeitslast ist die Bewältigung neuer Aufgaben kaum möglich. Es müssen sich erst ganze Prozessketten ändern, bevor Platz geschaffen wird für neuen Input, neue Kommunikation. Seths Artikel zaubert ein bisschen augenscheinliche Leichtigkeit in diese Aufgabe, meiner Meinung nach zu viel davon. Aber ein Kernsatz in seinem Artikel ist wichtig: “Mach doch einfach”. Eine schöner Vorsatz für das neue Jahr.

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