Webstandards für Entscheider

Webstandards sind in aller Munde. Doch was bringt dem Web-Projekt die Berücksichtigung von Webstandards? Wo liegt der Benefit? Läßt sich die Programmierung nach den Vorgaben und Empfehlungen des W3C in Geld ausdrücken? Gibt es einen ROI? Dies ist ein Artikel für Entscheider, die sich in Projekten mit dem Thema Webstandards konfrontiert sehen. Eine Betrachtung, was Webstandards darstellen und was nicht. Was bedeuten Webstandards?In Kürze: Die Berücksichtigung von Webstandards findet während der ProgrammierungErstellung von HTML-Seiten (oder des Markup) statt. Es bedeutet nichts weiter, als daß der geschriebene HTML-Code sich an den Richtlinien und Empfehlungen des W3C orientiert und so standardisiert ist. Wie bei jeder Standardisierung ergeben sich bestimmte Vorteile:

  1. Auditierbare Qualität
    Programmierung nach Webstandards ist auditierbar durch Tools Dritter. Nur bei der Berücksichtigung von Webstandards erhalten Sie die Möglichkeit, meßbare Kriterien zur Qualitätsprüfung zu verwenden. Lassen Sie den Quellcode ihrer Webseite einfach mal durch das Prüfprogramm des W3C laufen.
  2. Flexibilität
    Egal, ob die Seiten von einer Abteilung/einem Mitarbeiter in Ihrem Haus gebaut werden oder ob Sie eine Agentur beauftragen: HTML-Code, der auf den Webstandards basiert und ein semantisches Markup verwendet, ist fast menschen-lesbar und läßt sich zumeist ohne weitere Dokumentation von weiteren Mitarbeitern oder anderen Agenturen betreuen.
  3. Time to market
    Änderungen oder Neuausrichtung der Identität einer Firma sind teuer: Neues Briefpapier, neue Werbung, neues Logo. Die Grafiker reiben sich die Hände. Für Ihre Webseite ist die Sache einfacher: Durch eine gezielte Trennung von Semantik (HTML) und Layout (CSS) ist Ihr neues Layout in kürzester Zeit online.

Was können Webstandards nicht?Lassen Sie sich nicht über’s Ohr hauen. Webstandards sind kein Allheilmittel, werden aber oft so angepriesen. Die Verwendung von Webstandards bei der Programmierung des HTML erfüllt die drei oben genannten Punkte. Weitere Themen werden unter Umständen begünstigt, aber mehr nicht! Hier ein paar falsche Annahmen:

  1. Suchmaschinenoptimierung
    Das Ranking der Webseite spielt für alle Unternehmen eine große Rolle. Die Indizierung des Inhalts einer Webseite wird tatsächlich durch die Berücksichtigung von Webstandards verbessert, aber das ist noch keine Optimierung, höchstens ein Hygienefaktor. Suchmaschinenoptimierung ist weniger eine Frage der Technik, als mehr des Inhalts. Sorgen Sie für gehaltvolle Informationen und die Optimierung erledigt sich von alleine.
  2. Barrierefreiheit
    Oftmals werden die beiden Begriffe Webstandards und Barrierefreiheit in Verbindung gebracht. Aber wie auch bei der Suchmaschinenoptimierung bilden Webstandards maximal den Hygienefaktor von Barrierefreiheit. Barrierefreiheit heisst, dass auch Menschen mit einem Handicap, z. B. Blinde oder Menschen mit Problemen in der Motorik, den Inhalt ihrer Seite erfassen können. Dafür braucht man Experten, die sich auf dem Gebiet explizit auskennen. Eine Webseite barrierefrei zu machen geht weit über die Programmierung nach Webstandards hinaus.
  3. Usability
    Usability bedeutet Benutzbarkeit. Wie einfach ist die Benutzung Ihrer Webseite? Finde ich gesuchte Informationen nach einem Klick? Nach dreien? Nach zehn? Überhaupt? Klappt die Suchmaschine der Seite? Wen spreche ich an, wenn ich Information nicht finde? Benutzbarkeit ist kein Kriterium von Webstandards. Ein standardisierter HTML-Code erleichtert es Ihrem Besucher nicht, Ihre Webseite zu verwenden.

Das war’s. Der Zauber von Webstandards für das Business entzaubert. Webstandards sind wichtig, aber keine eierlegende Wollmilchsau! Hat Sie das neugierig gemacht? Informieren Sie sich auf der Webseite der Webkrauts, einem freien Zusammenschluss von Webdesignern, um

die Vorteile der Webstandards auch im deutschsprachigen Raum stärker zur Geltung zu bringen.

Auf der Webseite der Webkrauts finden Sie auch eine Liste mit weiterführenden Links zum Thema Webstandards.

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17 Antworten auf Webstandards für Entscheider

  1. molily sagt:

    Ich rede gerne von einem »Webstandards-Konzept«, denn was die Webstandards-Bewegung (Web Standards Project, Webkrauts usw.) fordert, ist weit mehr als die bloße Orientierung und Einhaltung von W3C-Spezifikationen. Wer »Webstandards« fordert, meint also nur zu einem Teil die Konformität zu Webstandards im Sinne von validem Code, sondern fordert meist ein ganzes Bündel an erstrebenswerten Methoden. Insofern haben wir es eher mit einer Webstandards-Ideologie zu tun (wertfrei gemeint).»Haltet euch an die Standards!« alleine gibt auch nicht viel her. Zum Beispiel gehört der Einsatz für CSS-Layout und die Trennung von Präsentation und strukturiertem Inhalt zu einem Ideal der Webstandards-Bewegung. Sicher ist dies in den W3C-Standards angelegt, aber man verstößt nicht konkret gegen die Spezifikationen, wenn man überholtes HTML schreibt. Eine solche Art der Abweichung ist nicht maschinell messbar.Ich halte es daher wie du, ich finde die Verquickung der Begriffe für nicht sonderlich förderlich. Natürlich heißt Standardisierung auch Befolgen der Standards im Bereich der Barrierefreiheit, aber wie du auch schreibst, es ist weit mehr nötig als die formale Befolgung bestimmter W3C-Empfehlungen. Dem sind sich glaube ich auch die Webkrauts bewusst.

  2. Oliver sagt:

    Richtig. Ich halte für wichtig, dass die Überschneidung, aber auch Differenzierung der unterschiedlichen Themengebiete im globalen Bereich “Web” transparent auch für Leute werden, die sich mit dem Thema nicht so fein granuliert auseinandersetzen können.”Einhaltung von Webstandards” ist für den Entscheider ein Buzzword, welches schnell einer Inflation zum Opfer fallen kann. Darum ist hier Aufklärung und Transparenz m. E. vonnöten.

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  9. designstau sagt:

    Sehr schöner Artikel wie ich finde, danke an dieser Stelle für deine Arbeit.Viele Grüße,designstau

  10. MST sagt:

    Ein sehr gelungener Artikel aus meiner Sicht! *Daumen-Hoch*Eine Ungereimtheit ist mir allerdings aufgefallen:”…bei der Programmierung des HTML…”So bezeichnen Sie, wie dieses Beispiel zeigt, oftmals das Erstellen einer HTML-Seite als “Programmieren einer Webseite”.Das ist somit aus dem Verständnis von HTML heraus nicht ganz korrekt. ;-)Vielmehr findet doch eine Auszeichnung bzw. Beschreibung von Inhalten/Informationen statt.Ansonsten ist alles in Ordnung und wirklich sehr informativ.Danke für diesen Artikel!MFGMST

  11. Hasematzel sagt:

    @MST: Danke für das Lob. Prinzipiell sehe ich das mit dem “Programmieren” ähnlich. Ich habe mich wahrscheinlich zu diesem Ausdruck hinreißen lassen, weil die Erstellung von Webseiten bei mir zu einem hohen Anteil in einem Editor stattfindet, also der Inhalt manuell “ausgezeichnet” wird.Trotzdem werde ich diesen Ausdruck berichtigen :)

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