An keine Fähigkeit eines Entwicklers im Bereich Web werden so hohe Anforderungen gestellt wie an seine Autodidaktik. Die rasend schnelle Entwicklung von Technologien und Trends verursacht ein stetiges Informationsbedürfnis auf hohem Niveau. Keine Trainings, keine Workshops und keine Schulung kann diesen Entwicklungen gerecht werden, geschweige denn ausreichend Möglichkeit der Aufarbeitung bieten.Diesem Bedürfnis kann nur durch drei Dinge genüge getan werden:
- Der eisenharten Disziplin beim Lesen und Verinnerlichen von Manuals
- Einem feinen Gespür für Trends und deren Wichtigkeit/Machbarkeit/Zukunftsaussichten
- Eine hohe autodidaktische Leistungsfähigkeit
Hier hilft kein Diplom, kein Zertifikat – bei der momentanen Geschwindigkeit der Entwicklungsphasen ist Wissen bereits veraltet, bevor die Tinte auf dem Diplom trocken ist. Das erworbene Wissen dient dann “nur” noch dem Erfahrungsschatz.Ich weiß, das ist etwas überzogen. Natürlich ist auch “altes” Wissen sehr wichtig. Wer jedoch nicht in der Lage ist, kontinuierlich neues Wissen aufzunehmen und gleichzeitig seine vorhandene Wissensbasis verbreitert, wird unweigerlich irgendwann Dinge gefragt werden, auf die er eigentlich eine Antwort wissen müßte (wenn er das ist, was er vorgibt zu sein), diese Antwort aber schuldig bleiben.
Lange Rede, kurzer Sinn. Auf eine Empfehlung von Björn Schotte habe ich mir MySQL High Performance, ein Buch von Jeremy D. Zawodny und Derek J. Balling, zugelegt. Es hat sich sehr gelohnt.Das Buch richtet sich an Leute, Entwickler und Administratoren, die nicht gerade ihre ersten Schritte mit MySQL unternehmen, sondern die schon länger mit diesem relationalen Datenbanksystem arbeiten. Mit vielen Beispielen gehen die beiden Autoren an die Problematik, MySQL in einer hochperformanten Umgebung zu verwenden. Abgesehen von grundsätzlichen MySQL-Konfigurationen und Administrationshinweisen, die wichtig werden, wenn man eine MySQL-Datenbank in einer bestimmten Leistung fährt, beschreiben die Autoren ausführlich weitere Steigerungsarten des beliebten Datenbank-Systems. Unter anderem werden Replikationen genau beschrieben (es gibt verdammt viele Möglichkeiten), als auch das Problem Backup bei transaktionalen Datenbanken beleuchtet. Wie jedes Buch über Technologien, mangelt es MySQL High Performance an Aktualität – ein Makel, den weitere Auflagen sicherlich verbessern werden.Ich kann das Buch nur empfehlen, insbesondere, wenn man in einer Situation ist, in der das doch sehr umfangreiche MySQL-Manual keine Antwort mehr liefern kann.