Gran Turismo Prologue

Cover Gran Turismo PrologueNun ist es also soweit: Gran Turismo geht in die nächste Runde (zumindest häppchenweise). Nachdem “Gran Turismo Prologue” schon seit längerer Zeit in Japan und – soweit ich weiß – auch in Amerika zu erhalten war, hat der Appetithappen auf den großen Bruder “GT4″ nun auch den europäischen Markt erreicht. Der nächste Teil der wohl bisherig besten Rennspiel-Serie (oder wie die Macher gerne verlauten lassen: der besten bisherigen Fahrsimulations-Reihe) wird sicherlich von vielen Fans auf der ganzen Welt sehnsüchtig erwartet.Auch der Olli konnte nicht die Füße stillhalten und hat sich die abgespeckte Vorschauversion trotz des ziemlich hohen Preises (knapp 40 €) bei Amazon.de bestellt.Mogelpackung?“Gran Turismo Prologue” ist kein vollständiges Playstation 2-Spiel! Es ist vielmehr eine Vorschau auf die endgültige 4er-Version, die nach letzten Aussagen gegen Ende des Jahres zu erwarten ist. Dennoch hat sich der Kauf für mich gelohnt. “Gran Turismo 3″ war neben SSX3 das letzte Spiel, daß ich auf der Playstation 2 gespielt habe – und ich spiele es noch (es gibt immer noch den einen oder anderen Cup zu gewinnen und die eine oder andere Fahrprüfung mit “Gold” zu bestehen). Entsprechend scharf war ich darauf, zu erfahren, was sich denn im 4. Teil tun wird – und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Die Prologue-Variante glänzt mit einem unglaublichem Sprung in der Grafik-Engine und im Schwierigkeitsgrad. Offensichtlich haben die Entwickler diesmal noch mehr Wert auf eine realistische Vermittlung der Eigenschaften der Fahrzeuge und der Umgebung gelegt.FahrphysikScreenshot Gran Turismo PrologueWährend die Fahrzeuge in “Gran Turismo 3 A-Spec” bis auf einige Ausnahmen jede Menge Fahrfehler verzeihten und sich nach ein paar Probefahrten recht einfach steuern liessen, erlauben die neuen Fahrzeuge und deren Interaktion mit Reifen und Bodenbelag keine Spielereien mehr. Brems- und Lenkfehler werden sofort bestraft – Zeitverluste in Rennen sind nicht aufzuholen, nur, wenn sich die eigene Wagenstärke von denen der Gegner stark unterscheidet. Das bedeutet für den Spieler: Noch mehr Runden auf Teststrecken, noch mehr Bastelei an Einstellungen, noch mehr Vorbereitungsrunden auf den Rennstrecken. Eine Anforderung, die mir sehr entgegenkommt.RennstreckenRennstrecken bei Gran Turismo Prologue“Gran Turismo Prologue” enthält 5 Rennstrecken, zwei Rennkurse, einen Rennkurs in New York und zwei Rallye-Strecken, einmal auf Straßenbelag, einmal unbefestigt/auf Schotter. Diese Kurse stehen der liebevollen Detailvielfalt der Kurse in GT3 in nichts nach – im Gegenteil: Mittlerweile sind die Hintergrundgrafiken enorm verbessert und auch die Texturen der Einzelelemente der Strecke sind stark aufpoliert worden. So sieht man nun Kratzer und Verbiegungen auf Schildern, die Sonne spiegelt sich in Fahrbahnbegrenzungen und auf der Farbe der Fahrbahnstreifen. Menschen zäumen die Strecke und sind diesmal nicht mehr unbewegt wie im vorherigen Teil. Ein kleines Dorf dient als Rallyestrecke (mein Liebling zur Zeit) und in den engen Gassen (zum Überholen nicht geeignet) wird man manchmal von einem Blitzlichtgewitter erwartet – Atmosphäre pur!Tolles Spiel – aber was fehlt?Es macht Spaß, die Fahrprüfungen zu absolvieren, obwohl einige doch sehr happig sind. Z. B. das Anfahren mit einer Dodge Viper Rennrakete ohne Traktionskontrolle oder das Meistern des Rallyeparkours. Allgemein ist das Fahren auf unbefestigten Strecken enorm erschwert worden. War man noch in GT3 sehr schnell der “Driftkönig”, so muß man hier doch ziemlich viel Zeit in das Auswendiglernen der Strecke und das Austesten der Grenzen des Wagens stecken. Auch reagieren nicht alle Bodenbeläge gleich (obwohl sie gleich sind): So ist es viel schwerer, Schotter am Seitenrand auf einer ansteigenden Straße als Driftmöglichkeit zu nutzen, als auf einer abfallenden. Auch das “Rempeln” an der Fahrbahnbegrenzung führt nicht mehr zu höherer Geschwindigkeit oder einer besseren Kurvenführung (so wie es in GT3 üblich war). Stattdessen bleibt der eigene Bolide auch schonmal stehen, wenn man zu arg versucht, die Umgebung zum Vorteil zu nutzen.Was fehlt ist definitiv der Zwei-Spieler- oder Link-Modus. Es wäre schön gewesen, wenn man mal die eine oder andere Rennpartie gegeneinander hätte fahren können. Auch hätte es nicht geschadet, wenn noch eine oder zwei Strecken mehr dabei gewesen wären. So ist das “Spielchen” schnell in einem oder zwei Tagen “durchgespielt”, auch wenn man die Strecken nicht oft genug fahren kann.FazitScreenshot Gran Turismo PrologueBeigefügt ist dem Spiel eine “Making Of”- DVD mit einem Trailer, einer Bildergallerie und einem ca. 20-minütigen Überblick über die Entstehung – vornehmlich Interviews und kurze Szenen von viel zu teuren Rennwagen auf Rennstrecken. Leider wird nicht auf den ganzheitlichen Aufwand der Produktion eingegangen. So verkommt das “Making Of” zu einem Werbefilmchen, in denen in regelmäßigen Abständen betont wird, daß es sich nicht mehr um ein Rennspiel, sondern um eine Fahrsimulation handelt – schade, zusammengeschnittene Szenen von jemandem, der einfach immer seine DV-Kamera draufhält, wären hier mehr gewesen. Trotz des hohen Preises hat sich mein Kauf jedoch gelohnt. Ich werde bis zum Erscheinungsdatum der Vollversion mit Sicherheit in den späten Abendstunden (wenn Pip und Rinchen schlafen) noch die eine oder andere Rundenzeit verbessern.Links

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